Eigentlich will die junge Frau Wendy arbeiten. Sie hat noch einen alten Wagen, ein paar Dollar und ist auf dem Weg nach Ketchikan, Alaska, wo sie Arbeit zu finden hofft. Ihre einzige Begleitung ist ihr Hund Lucy. Als irgendwo auf der Strecke in einer kleinen Stadt in Oregon das Auto kaputtgeht, hat Wendy nicht genug Geld, es reparieren zu lassen. Und als sie schließlich bei einem kleinen Warendiebstahl erwischt wird und ein paar Stunden ins Gefängnis muss, verliert sie auch noch ihren Hund, an dem sie mit ganzem Herzen hängt.
Wendy and Lucy, der neue Film von Kelly Reichardt, die mit ihrem letzten Film Old Joy einen internationalen Festivalerfolg verbuchen konnte, ist ein Film über das Leben am Rande, über den ungewollten Abstieg und über die schnell greifenden Mechanismen der Ausgrenzung. Reichardt malt nicht schwarzweiß. Wendy trifft auf kleine Zeichen von Hilfestellungen, doch die Erfahrungen einer anonymen, fast ungewollten Arroganz der Ausschließung sind weit prägender. Wendy and Lucy fängt subtil das Unbehagen ein, das überall wartende Abseits, falls die dünne materielle Decke erst einmal einfällt (Viennale 2008).

Originaltitel: Wendy and Lucy
Deutscher Titel: Wendy und Lucy
Format: 35mm
Projektionsformat: 1:1,85
Länge: 80 Min.
Fassung: Amerikanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Farbe: Farbe
Starttermin: 2009-05-08
Regie: Kelly Reichardt
Drehbuch: Kelly Reichardt, Jon Raymond
Darsteller: Michelle Williams, Will Patton, John Robinson, Will Oldham
Kamera: Sam Levy
Schnitt: Kelly Reichardt
Produktion: Filmscience Houston, Glass Eye Pix, Filed Guide Films
Verleih: Stadtkino Wien
Prädikat: k. A.
Altersfreigabe: k. A.

Stadtkino Zeitung Nr. 465
Texte zum Film

David Hurll
Interview mit Kelly Reichardt