Abschied von gestern
Deutschland 1966
Anita G(rün) trägt ihre Vergangenheit wie einen unverarbeiteten Ballast mit sich herum. Die Erlebnisse in der Nazizeit, im Film nur angedeutet, lassen sie nicht los, sie fühlt sich verfolgt und allein gelassen, sie sucht die menschliche Nähe und klammert sich deshalb an jeden, der sich mit ihr einläßt. Die Bedürfnisse werden aber jedesmal nicht befriedigt. Die Hilfen, die ihr zuteil werden, sie in die Gesellschaft der Bundesrepublik zu integrieren, greifen allesamt zu kurz: die Bewährungsfrist, die christlich-karitativen Sprüche der Bewährungshelferin, der Chef der Sprachkursfirma, der nur sein Vergnügen sucht, die Universitätsdozenten, die in ihren starren Ritualen und theoretischen Gedankengebäuden leben (der Film wurde vor der Studentenbewegung gedreht), Dr. Bauer, der Jurist, der zwar guten Willens wäre, an den sie durch dessen Überlastung jedoch nicht herankommt, Pichota, der sie in bürgerliche Kultur einführen möchte, sie dann aber, als es Probleme durch Anitas Schwangerschaft gibt, fallenlässt.
Originaltitel: Abschied von gestern
Deutscher Titel: Abschied von gestern
Format: 35mm
Projektionsformat: 1:1,37
Länge: 88 Min.
Fassung: Deutsche Originalfassung
Farbe: Schwarzweiß
Starttermin: 2008-09-05
Regie: Alexander Kluge
Drehbuch: Alexander Kluge
Darsteller: Alexandra Kluge, Hans Korte, Edith Kuntze-Peloggio, Palma Falck, Ado Riegler, Josef Kreindl,
Käthe Ebner, Peter Staimmer, Hans Brammer, E. O. Fuhrmann, Karl-Heinz Peters,
Ursula Dirichs, Günther Mack, Eva Maria Meineke, Fritz Werner
Auszeichnungen: Silberner Löwe, IFF Vendig 1966
Kamera: Thomas Mauch, Edgar Reitz
Schnitt: Beate Mainka-Jellinghaus
Ton: Klaus Eckelt, Heinz Pusl, Hans-Jörg Wicha
Produktion: Kairos Film, Independent Film GmbH
Verleih: Kinowelt
Prädikat: k.A.
Altersfreigabe: k.A.

