Cheryl, jung, Schwarz und lesbisch, arbeitet in einer Videothek in Philadelphia und verdient sich mit Hochzeitsvideos Geld dazu. Beim Sichten alter Filme aus den 30ern und 40ern stößt sie in einem Südstaatenmelodram auf eine Nebendarstellerin, die im Vorspann nur als „The Watermelon Woman“ benannt wird. Fasziniert beginnt Cheryl zu recherchieren, stößt jedoch schnell auf eine erschreckende Leerstelle: Über schwarze Schauspielerinnen dieser Zeit ist kaum etwas dokumentiert. Motiviert macht sie sich daran, diese Lücke der Filmgeschichtsschreibung zu schließen, doch unzugängliche Archive, verschlossene Zeitzeug*innen und die Affäre mit einer attraktiven Kollegin machen ihr das Leben schwer.
Eine schwarze, lesbische Frau macht einen Film über eine schwarze, lesbische Frau, die einen Film über eine schwarze, lesbische Frau drehen will; klingt verkopft, entpuppt sich aber als leichtfüßige, humorvolle und selbstreflexive Mockumentary über die Unsichtbarkeit schwarzer, queerer Filmgeschichte und das Bedürfnis, sich darin wiederzufinden.
„Balancing breezy romantic comedy with a serious inquiry into the history of Black and queer women in Hollywood, The Watermelon Woman slyly rewrites long-standing constructions of race and sexuality on-screen, introducing an important voice in American cinema.“ – THE CRITERION COLLECTION
“…layered with intelligent ideas about the complexities of power and love…” – Time Out New York
SECOND WIND
Im vergangenen Winter machten sich fünf ukrainische Soldaten – jeder von ihnen schwer verwundet – auf, den Kilimandscharo zu besteigen. Alle fünf leben mit Beinprothesen. Ihre Expedition wurde zum Thema des Dokumentarfilms „Second Wind“, der ihre Reise von den Realitäten des Schlachtfelds bis hin zu den körperlichen und emotionalen Herausforderungen des höchsten freistehenden Berges der Welt nachzeichnet.
Der Film erzählt eine Geschichte von Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit in einer Zeit, in der die Ukraine nicht nur um ihre territoriale Integrität, sondern auch um ihre demokratische Zukunft in Europa kämpft. Über die persönlichen Geschichten von Genesung und Durchhaltevermögen hinaus wirft „Second Wind“ weiterreichende politische Fragen auf:
Wie halten Gesellschaften in Kriegszeiten durch, wie bauen Einzelne ihr Leben nach schweren Verletzungen wieder auf und wie bleiben die Bürger der Ukraine einer europäischen Zukunft verpflichtet?
Hungrig
Ein geheimnisvolles Wesen entdeckt in naher Zukunft eine Welt ohne Menschen und macht sich daran, die Ursache für das Verschwinden der Menschheit aufzuklären. Es folgt Spuren aus der Vergangenheit – Tonaufzeichnungen von Gesprächen mit renommierten Wissenschaftlern, aufgenommen vor dem Aussterben – und erschafft daraus seinen eigenen Dokumentarfilm: Hungrig.
Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit
Die preisgekrönte Basler Architektin Barbara Buser rettet Gebäude vor dem Abriss und baut diese mit wiederverwendetem Material um. Sie verwandelt ehemalige Industrieareale zu urbanen Lebensräumen, die für einen sorgfältigen Umgang mit unserer Umwelt und dem Miteinander stehen. Als Frau, die in einer Männerdomäne erfolgreich ihren eigenen Weg geht, ist Barbara Buser Vorbild für die junge Generation, die für eine nachhaltigere, gerechtere Welt kämpft.
Rosebush Pruning
Unter der katalanischen Sonne lebt eine wohlhabende, weiße US-amerikanische Familie in hedonistischer Isolation und sucht Liebe und Bestätigung im Miteinander, in Designerkleidung und Popmusik. Als eine Außenstehende in ihr Leben tritt, kommen unterdrückte Spannungen zum Vorschein und Familienbande drohen zu zerreißen. Eine provokante, bissige Satire auf die Absurdität patriarchaler Familienstrukturen mit Callum Turner, Riley Keough, Jamie Bell, Lukas Gage, Elena Anaya, Tracy Letts, Elle Fanning und Pamela Anderson. ROSEBUSH PRUNING, unter der Regie des preisgekrönten Karim Aïnouz und nach einem Drehbuch des Oscar-nominierten Efthimis Filippou, ist ebenso absurd wie lustig.
»An outrageous pansexual pantomime so out-there that ›What the actual f*ck?‹ doesn’t even begin to cover it.« — Damon Wise, Deadline
»A nasty-chic immorality tale […] If you’re going to eat the rich, they may as well be delicious.« — Guy Lodge, Variety
Co-funded by the European Union. Supported by Creative Europe MEDIA.
Teresas Körper
Mit 67 wird Teresas Leben von den Schmerzen bestimmt, die sie in ihrem Körper trägt – unsichtbar, doch stets präsent. Auf der Suche nach Linderung legt sie sich auf den Boden, zu Hause oder unter einen Baum, bei ihrem „kleinen Himmel“, einem tröstenden Amulett. Doch als Muster aus der Vergangenheit wiederkehren, muss Teresa fliehen. Diesmal nicht vor einem Mann, sondern hinein in eine unerwartete Reise mit ihren Töchtern – von denen eine die Regisseurin dieses Films ist.
Little, Big, and Far
In der Hoffnung, einen möglichst dunklen Himmel vorzufinden, fährt der österreichische Astronom Karl nach einer Konferenz in Athen auf eine kleine griechische Insel. Während er die Sterne betrachtet, denkt der Siebzigjährige über seinen Museumsjob, seine auseinanderdriftende Ehe, die Klimakrise sowie die Errungenschaften der Wissenschaft nach. Jem Cohens essayistischer Spielfilm bewegt sich zwischen kosmischer Landschaftsbetrachtung, wissenschaftsgeschichtlicher Reflexion und Charakterstudie.
Wenn Karl (Franz Schwartz) gefragt wird, was er als Astronom so mache, antwortet er stets, dass er drei Dinge verstehen will: das Große, das Kleine und das Ferne. Alle drei sind eng miteinander verwoben. Und weil ihn das Ferne immer am stärksten anzog, widmet sich der mittlerweile 70-jährige Österreicher der Betrachtung und Erforschung des Sternenhimmels. Doch nun steht Karl am Scheideweg seines Lebens und seiner Arbeit. Sein Job als Berater eines naturhistorischen Museums ist nicht mehr sicher; seine Frau, eine Physikerin, hat eine Professur in den USA angenommen. Nach einer Konferenz in Athen beschließt Karl, nicht nach Hause zurückzukehren, sondern auf eine kleine griechische Insel zu fahren, in der Hoffnung, dort einen möglichst dunklen Himmel vorzufinden, um wieder mit den Sternen in Kontakt zu kommen. Während er dort das Universum beobachtet, denkt der er über seine auseinanderdriftende Ehe, die Klimakrise und die Errungenschaften der Wissenschaft nach.
Nach Museum Hours (2012), der rund um das Kunsthistorische Museum Wien spielt, verbindet Jem Cohens neuer, essayistisch angelegter Film eine Charakterstudie mit wissenschaftsgeschichtlicher Reflexion und ökologischer Zukunftsthematik. Die lange Produktionszeit unterläuft die üblichen Spielfilmkonventionen und erlaubt eine dokumentarische Ästhetik. Cohen trägt die verschiedensten Bilder zusammen und lässt den Raum sich ausdehnen: Beeindruckende Landschaften auf der Erde befinden sich im fließenden Übergang mit fernen Gestirnen und Welten, die ebenso am Firmament aufscheinen wie in uns selbst – einmal sind wir sogar kurz auf dem Mars, Ziel von Elon Musks wirren Besiedelungsfantasien. Der Tonfall des Films ist ruhiger, besinnlicher, meditativer. Die Erde wird hier selbst zum Himmelskörper, von dem aus wir öfter in den Himmel schauen sollten. (Anna Steinbauer) (Diagonale 2025)
A Sad and Beautiful World
Eine mitreißende Lovestory über drei Jahrzehnte, in der sich die wechselhafte Geschichte des Libanon spiegelt. Nino und Yasmina werden am selben Tag im selben Krankenhaus geboren, doch sie begegnen sich erst in der Schule. Beide spüren sofort eine unmittelbare, tiefgehende Verbindung, die sie sich nicht erklären können. Gemeinsam schmieden sie einen Plan: Sie wollen Beirut mit einem »magischen« Zug verlassen. Doch als der Moment der Flucht gekommen ist, taucht Yasmina nie auf. Erst 25 Jahre später führt das Schicksal die beiden wieder zusammen und sie beschließen, eine Familie zu gründen – allen Widerständen und Krisen zum Trotz. (Filmfest Hamburg 2025)
A Sad and Beautiful World ist Cyril Aris Spielfilmdebüt und feierte Premiere auf den Filmfestspielen von Venedig.
»An appealing, soulful romance with a considerable emotional tug.« – SCREENDAILY
»An evocative and wistful romance (…) told with propulsive visual energy.« – VARIETY
Die Kreuzung
Das geordnete Leben von Tadeusz, einem pensionierten Chefarzt, ändert sich schlagartig, als er einen Verkehrsunfall verursacht. Ein junger Mann stirbt, Tadeusz muss sich der Verantwortung stellen. Anstelle eines ruhigen und gut geplanten „goldenen Herbstes seines Lebens” sieht er sich mit einer Situation konfrontiert, die sowohl ihn als auch seine Nächsten überfordert. Ein Schatten fällt auf seine Ehe, die Beziehung zu seinem Sohn und die bevorstehende Hochzeit seiner geliebten Enkelin. Außerdem taucht in sein Leben die Witwe des Verstorbenen. Von Tag zu Tag verdichtet sich die Atmosphäre, Emotionen gewinnen die Oberhand und die Zukunft ist nicht mehr so sicher, wie sie schien.
Briefe aus der Wilcza
Eine Straße im Zentrum Warschaus bildet den Ausgangspunkt dieses humorvollen und zugleich zutiefst persönlichen Porträts Polens. Der Filmemacher Arjun Talwar ist vor über zehn Jahren aus Indien nach Polen migriert – und fühlt sich doch bis heute nicht ganz angekommen. Die Ulica Wilcza, in der er lebt, ist dabei alles andere als ein Ort der einfachen Zugehörigkeit. Um seine Integration voranzubringen und seinem eigenen Gefühl des Fremdseins auf den Grund zu gehen, beginnt Arjun, seine Nachbarinnen zu filmen und seine Beziehungen zu ihnen bewusst auf die Probe zu stellen. Langsam entfaltet sich ein Bild des modernen Europas: ein Kaleidoskop aus Widersprüchen, Sehnsüchten und Ängsten.