SPI


After Grandpa Wilang passed away, our family struggled with grief and disorientation. Grandma Yabay, overwhelmed by loss, couldn’t accept life without him. In Tayal tradition, Spi—to dream—is how we connect with our ancestors. We began dreaming of Grandpa: by the hearth, hunting, quietly watching over us.

Amid this mourning, my teenage cousin became pregnant. Bound by Gaga, the Tayal code of ethics, Grandma believed this would have disappointed Grandpa, and couldn’t bring herself to let her granddaughter come home.

Years later, Grandpa still visits us in dreams. While Grandma carries on weaving and farming, I continue walking in his footsteps—searching for meaning, and trying to live the Tayal way.

IN SEARCH OF A MIXED IDENTITY


In Taiwan, at the heart of Tainan City, there is a park and a road named after Thng Tek-chiong, though most local citizens don’t know who he is.

Thng Tek-chiong was born in Taiwan during the Japanese colonial period. His father, a Japanese policeman, died when Thng was eight during an armed confrontation between the locals and the authorities. Following in his father’s footsteps, he joined the police force before becoming a lawyer. After World War II, he forgot the lesson taught by his father’s history and died in the February 28 incident, a conflict that erupted amid the transition of political power in Taiwan. As a half-Taiwanese, half-Japanese man, Thng witnessed the injustices of colonization and spent his life searching for the truth of his identity.

The history of the Thng Tek-chiong family not only reflects the confusion and the pursuit of Taiwanese identity throughout the eras but also serves as a cautionary tale for the people living in Taiwan.

A CHIP ODYSSEY


A Chip Odyssey traces Taiwan’s journey from humble beginnings to its emergence as a critical pillar of the digital world. Through the eyes of pioneering engineers, female line technicians, frontline policymakers, visionary scientists, and a new generation now facing critical choices, the film reveals how, half a century ago, an entire island came together in a high-stakes gamble to shape its own destiny—and the future of global technology.

DETENTION


In 1962, a sense of desolation and tension permeate the society. FANG, a twelfth grader at Tsuihua Senior High School, falls in love with ZHANG, a counselling teacher. Troubled by the problems at school and home, FANG feels that ZHANG is the only person who understands her. Longing for freedom, ZHANG forms a study group with his colleagues and students, including YIN and WEI. Reading the banned books allows them to be liberated for a brief moment but at the same time, they put their lives in great danger. One day, ZHANG vanishes into thin air, and only FANG and WEI, an eleventh grader, remember him. Together, FANG and WEI start looking for the disappeared teacher but find the school gradually slipping out of the world they are familiar with. Then in a realm dominated by ghosts and spirits, the pair are forced to face the terrifying truth…

A FOGGY TALE


Yue’s brother was executed by the government. Determined to bring his body back home, Yue went to Taipei alone and was almost sold by human traffickers. Luckily, she was saved by Gongdao, a discharged soldier. Yue was poor but all she wanted was to bring her brother home. Gongdao, seeing no prospects in his own life, decided to help Yue. Two people with no relations became friends in need, embarking on a journey that could cost them their lives.

SECOND WIND


Im vergangenen Winter machten sich fünf ukrainische Soldaten – jeder von ihnen schwer verwundet – auf, den Kilimandscharo zu besteigen. Alle fünf leben mit Beinprothesen. Ihre Expedition wurde zum Thema des Dokumentarfilms „Second Wind“, der ihre Reise von den Realitäten des Schlachtfelds bis hin zu den körperlichen und emotionalen Herausforderungen des höchsten freistehenden Berges der Welt nachzeichnet.

Der Film erzählt eine Geschichte von Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit in einer Zeit, in der die Ukraine nicht nur um ihre territoriale Integrität, sondern auch um ihre demokratische Zukunft in Europa kämpft. Über die persönlichen Geschichten von Genesung und Durchhaltevermögen hinaus wirft „Second Wind“ weiterreichende politische Fragen auf:

Wie halten Gesellschaften in Kriegszeiten durch, wie bauen Einzelne ihr Leben nach schweren Verletzungen wieder auf und wie bleiben die Bürger der Ukraine einer europäischen Zukunft verpflichtet?

Vorfilm: A SOUTH FACING WINDOW + Mergen


Vorfilm: A SOUTH FACING WINDOW (OT: Урагшаа харсан цонх)

PUREV-OCHIR Lkhagvadulam, Frankreich, Mongolei 2025, 19 Min, Farbe, OmeU

MERGEN

Nurtai ist ein höchst einsilbiger Kommissar. Die monumentalen Landschaften des Tian-Shan-Gebirges, in dem Mergen, der fiktive Ort des Geschehens, angesiedelt ist, scheinen der Bevölkerung die Sprache verschlagen zu haben – oder die Armut der Region, in der einzig illegaler Raubbau an Bodenschätzen wie Gold oder Wilderei das Überleben zu sichern scheinen. Nurtai will die Umstände des Ablebens eines Jägers aus dem Ort aufklären, alle Spuren führen zunächst zu Kerim, der als Wilderei-Chef die Gegend kontrolliert und illegale Jagden für reiche Tourist*innen organisiert. Doch je weiter Nurtai ermittelt, desto mehr wird er von Visionen über die siebenjährige Anara heimgesucht, die vor kurzem verschwunden ist. Handelt es sich bei den Visionen um hellseherische Eingebungen, oder ergreift doch dieselbe Krankheit von Nurtai Besitz, die seinen Vater in die Psychiatrie gebracht hat? Der Ermittler muss sich seiner Vergangenheit stellen, um den Untergang des Ortes zu verhindern…

Mit Mergen hat Chingiz Narynov einen Neo-Noir geradezu biblischer Dimensionen geschaffen, kantig und rau, zugleich aber sagenhaft zärtlich in seinen Bildern.

Songs of Forgotten Trees


Thooya will als Schauspielerin reüssieren und hat also die dörfliche Heimat verlassen, um in Mumbai ihr Glück zu versuchen. Ihren Unterhalt verdient sie als verdeckte Teilzeit-Sexarbeiterin. Sie lebt in einer Wohnung eines ihrer Sugar Daddys. Ein Zimmer hat sie an Swetha untervermietet, die in einem Callcenter arbeitet und selbst auch auf der Suche nach besseren Chancen vom Dorf in die Stadt übersiedelt ist. Aus der Zweckgemeinschaft der beiden entsteht – ganz unerwartet – eine feine Verbindung. Ihre Leben, scheinbar Sonnensysteme voneinander entfernt, verbinden sich ganz allmählich miteinander. Im Getöse der Großstadt teilen sie Momente des Schweigens, kleine Geschichten und Gesten der Empathie. Doch als verborgene Sehnsüchte und alte Wunden zum Vorschein kommen, werden die zarten Bande auf die Probe gestellt. Doch darauf, das ist die besondere Größe des Films, entfaltet sich kein Drama, sondern vielmehr eine Ermächtigung, ein Erstarken von Selbstbewusstsein, Resilienz und einer Verbundenheit zwischen Frauen, die in einer Welt bestehen müssen, die sie nicht wahrnimmt:

„Meine Freundin Jhuma war eine von denen, die im Rahmen eines staatlichen Programms mit 13 Jahren verheiratet wurden, dann verschwand sie. Ihr Schweigen ließ mich nicht los. Songs of Forgotten Trees ist geprägt von solchen Erinnerungen an Frauen, die Systeme überleben, die darauf ausgelegt sind, sie auszulöschen. Der Film folgt zwei Migrantinnen, deren Leben sich still und leise in einer Stadt kreuzen, die niemals stillsteht. Ich wollte Frauen ohne Wertung und ohne Metaphern darstellen. Mein Film ist ein Versuch, den Erzählraum für das Unsichtbare, das Komplexe und die stillen, widerstandsfähigen Menschen zurückzugewinnen. (Anuparna Roy)

Palimpsest: The Story of a Name


LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD RED LOTUS ASIAN FILM FESTIVAL 2026

Über acht Jahrzehnte und vier Kontinente hinweg begibt sich Filmemacherin und Editorin Mary Stephen mit ihrem Film auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise zu den Ursprüngen ihres englischen Nachnamens. Ausgehend von den Schmalfilmen und Tagebüchern ihres Vaters, Familienfotos, ihren eigenen Reiseaufnahmen, Fragmenten mündlicher Überlieferungen und offiziellen Archiven konstruiert Stephen eine vielschichtige, polyphone Erzählung, in der persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte zueinander finden. Der Film bewegt sich von den Arbeiter*innen-Vierteln Hongkongs, wo die Lehrerin Hilda Yik den Arbeiter Chan Tik Fong zwischen Kleingewerbe und Hollywood-Träumen heiratet, nach Wuhan, wo der britische Intellektuelle Julian Bell, Sohn von Vanessa Bell und Neffe von Virginia Woolf, eine skandalöse Affäre mit einem renommierten, verheirateten chinesischen Schriftsteller eingeht, bis hin zu Orten wie dem australischen Outback, Montreal und Toronto, London und Cambridge, Paris und Cassis, immer auf der Suche nach unwahrscheinlichen Entdeckungen und guten Begegnung. Wie und warum wurden Hilda Yik und Chan Tik Fong zu Hilda und Henry Stephen?

Mit ihrem Film fügt Mary Stephen Bausteine eines vergessenen Mosaiks neu zusammen – und kreiert so eine Meditation über Neuanfänge und die unwiderstehliche Versuchung, die eigene Geschichte neu zu schreiben und sich selbst so (immer wieder) neu zu erfinden.

Für ihr bisheriges Werk als Filmemacherin und Editorin verleihen wir Mary Stephen den RED LOTUS LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD 2026. Voraussichtlich wird es Mary Stephens fragile Gesundheit leider nicht erlauben, persönlich nach Wien anzureisen, daher planen wir eine Online-Gespräch mit der Künstlerin vor der Vorstellung des Films.

Summer School, 2001


Sommer 2001. Der siebzehnjährige Kein, Markenzeichen grellrote Haare, kehrt nach zehn Jahren in Vietnam zu seiner Familie auf den Markt von Cheb (Tschechien) zurück. Dort gehen vor allem Deutsche gerne einkaufen, neben billigen Jeans gibt es haufenweise gefakte Designerware. Doch statt eines herzlichen Empfangs erwarten ihn ein distanzierter Vater, eine Mutter, die verzweifelt versucht, die Vergangenheit zu kitten, und ein jüngerer Bruder, der nicht bereit ist, die Rolle des Sohnes oder die Aufmerksamkeit der Eltern mit ihm zu teilen. Zwischen Pokemons auf T-Shirts aufbügeln, tschechische Grammatik pauken und am See flirten kommt schließlich ein sehr lange gehütetes Geheimnis ans Licht – und stellt das Leben der vietnamesischen Community im Ort auf den Kopf…

Mit beschwingter Leichtigkeit und augenzwinkerndem Humor erzählt Dužan Duong von Alltag, Sorgen und Nöten – sowie einiges Partys in einer vietnamesischen Community in Tschechien. Und davon, dass Verständnis manchmal damit beginnt, Risse und Gräben sichtbar werden zu lassen und ganz, ganz genau anzuschauen. Ein umwerfend luzider Erstlingsfilm!

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