The Watermelon Woman


Cheryl, jung, Schwarz und lesbisch, arbeitet in einer Videothek in Philadelphia und verdient sich mit Hochzeitsvideos Geld dazu. Beim Sichten alter Filme aus den 30ern und 40ern stößt sie in einem Südstaatenmelodram auf eine Nebendarstellerin, die im Vorspann nur als „The Watermelon Woman“ benannt wird. Fasziniert beginnt Cheryl zu recherchieren, stößt jedoch schnell auf eine erschreckende Leerstelle: Über schwarze Schauspielerinnen dieser Zeit ist kaum etwas dokumentiert. Motiviert macht sie sich daran, diese Lücke der Filmgeschichtsschreibung zu schließen, doch unzugängliche Archive, verschlossene Zeitzeug*innen und die Affäre mit einer attraktiven Kollegin machen ihr das Leben schwer.

Eine schwarze, lesbische Frau macht einen Film über eine schwarze, lesbische Frau, die einen Film über eine schwarze, lesbische Frau drehen will; klingt verkopft, entpuppt sich aber als leichtfüßige, humorvolle und selbstreflexive Mockumentary über die Unsichtbarkeit schwarzer, queerer Filmgeschichte und das Bedürfnis, sich darin wiederzufinden.

„Balancing breezy romantic comedy with a serious inquiry into the history of Black and queer women in Hollywood, The Watermelon Woman slyly rewrites long-standing constructions of race and sexuality on-screen, introducing an important voice in American cinema.“THE CRITERION COLLECTION

“…layered with intelligent ideas about the complexities of power and love…” – Time Out New York

Allegro Pastell


Mit ALLEGRO PASTELL verfilmt Regisseurin Anna Roller, die zuvor mit DEAD GIRLS DANCING ein erfolgreiches Regiedebüt ablegte, den gleichnamigen Bestseller von Leif Randt über Liebesnöte von Millennials. Die Romanautorin Tanja und der Webdesigner Jerome, beide in ihren Dreißigern, haben in ihrer Fernbeziehung ein Gleichgewicht aus Nähe und Distanz gefunden. Als Tanja eine gemeinsame Zukunft zu erahnen beginnt, fragt sie sich, ob sie das wirklich will.

Anna Roller hat eine Mammutaufgabe übernommen, das Buch zu verfilmen. Hat Autor Randt doch in seinem Buch die eigene Gedankenwelt seiner Figuren zum zentralen Element gemacht. Eine Generation, die fast schon übersteigert reflektiert, sich in Kontrolle ihres Lebens wähnt und eben genau an den unvorhergesehenen Dingen, an der Unkontrollierbarkeit ihrer Emotionen verzweifelt. Das auf einen Spielfilm zu übertragen, ist schwierig.

Roller gelingt es. Mit Off-Monologen, die die Gedanken der Protagonisten schildern. Dazu eine ruhige Kameraführung, die das Lebensgefühl jener Zeit im pulsierenden Berlin der 2020er Jahre zwischen gülden leuchtenden Sommerabenden, Techno-Partys und Feiern in kleinen, hässlichen Neubau-Wohnungen glaubhaft einfängt. Und nicht zuletzt ist da der wohldosierte Einsatz von Max Riegers Filmmusik. Er lässt den vielen emotionalen Reflektionen der Hauptfiguren genug Raum zur Entfaltung. Überhaupt wird viel gefühlt und gelitten in ALLEGRO PASTELL, und nie wirkt es aufgesetzt. (br.de)

Sich langsam nähern


Sich langsam nähern von Maria Arlamovsky richtet den Blick auf Orte, an denen Kommunikation rund um das Lebensende stattfindet. Professionelle Begleiter*innen bewegen sich dabei zwischen fachlicher Distanz und menschlicher Nähe. So entsteht eine leise Annäherung an das Sterben als Teil des Lebens und an die Frage, was Fürsorge wirklich bedeutet.

In diesen Begegnungen wird spürbar, dass Sterben nicht nur ein Ende ist, sondern ein gemeinsamer, existenzieller Prozess – für die, die gehen, und die, die bleiben. Am Anfang des Films steht ein Aphorismus in Anlehnung an Rainer Maria Rilke: „Liebe und Tod sind die großen Gaben, die uns gegeben sind; meistens werden sie ungeöffnet weitergereicht.“ Kann also das Ende auch als Gabe gesehen werden?

Die göttliche Ordnung


Frauen in der Politik, meine Damen, das ist schlichtweg gegen die göttliche Ordnung.“

Schweiz, 1971. In der Abgelegenheit eines dörflichen Idylls lebt Nora, Hausfrau und Mutter. Ihr Alltag geprägt von festen Rollenbildern und scheinbar unverrückbaren gesellschaftlichen Erwartungen. Unpolitisch und angepasst folgt ihr Leben klaren Strukturen, bis die bevorstehende Volksabstimmung über das Frauenwahlrecht diese Ordnung ins Wanken bringt. Während Stimmen laut werden, die den politischen Anspruch von Frauen als widernatürlich zurückweisen, beginnt Nora, das Selbstverständliche zu hinterfragen. Zögerlich, dann mit wachsender Entschlossenheit engagiert sie sich für Gleichberechtigung und stößt dabei auf Widerstände, die bis in ihr engstes Umfeld reichen.

Petra Volpe verdichtet in „Die göttliche Ordnung“ den privaten Raum zu einem politischen Resonanzraum, zu einem Ort, an dem sich zwar gesellschaftliche Machtverhältnisse, tief verankerte patriarchale Strukturen und soziale Dynamiken reproduzieren und fortgeschreiben, zugleich allerdings auch infrage gestellt werden. Soweit, bis aus einem leisen Zweifel ein Bewusstsein erwächst, das in politische Selbstermächtigung und Widerstand übergeht. (Tessa Pittrof)

„In der charmanten und warmherzigen Komödie Die göttliche Ordnung über den Kampf um Gleichberechtigung und die Einführung des Schweizer Frauenstimmrechts treffen chauvinistische Vorurteile und echte Frauensolidarität aufeinander.“ (Filmcasino)

Einführung durch Veronika Helfert, Historikerin (Central European University)

Freier Eintritt!

AMS/Arbeit muss sein


In der Komödie rund um ein fiktionales AMS, das „Arbeitsplatz-Matching-System, schließt sich eine Gruppe von Langzeitarbeitslosen zusammen, um gemeinsam gegen Strukturen zu kämpfen, die sie hindern, das Leben zu führen, das sie wollen. Dabei braucht es Zusammenhalt, Erfindungsgeist und Verbündete innerhalb des Systems.

Marie Wotruba (Margarethe Tiesel) bekommt mit ihren 58 Jahren in der modernen Arbeitswelt keinen Job mehr, Mahdiya Sayegh (Mariam Hage) will als Frau mit Migrationshintergrund Polizistin werden – und das kann sich die AMS-Beraterin Kathi Kratochvil (Marie-Luise Stockinger) schlicht nicht vorstellen. Gemeinsam mit anderen Betroffenen nehmen Marie und Mahdiya ihr Schicksal selbst in die Hand und finden im Callcenter-Mitarbeiter Markus Berger (Lukas Watzl) einen Mitstreiter. Während im AMS ein internes Match um eine Beförderung läuft, organisieren sich die Arbeitslosen – beides nicht immer mit lauteren Mitteln.

Was wie ein klassisches Sozialdrama beginnt, entwickelt sich überraschend schnell zu einer schwungvollen Komödie: Mit viel Humor und musikalischem Elan erzählt der Film von Selbstermächtigung, Zusammenhalt und dem Mut, füreinander einzustehen.

„Anstelle eines tristen Sozialdramas ein schwungvolles Offbeat-Musical.“ (Lukas Foerster)

„Alles in allem ist Sebastian Brauneis eine wunderbare sozialkritische Komödie gelungen, die in keinster Weise das AMS als Institution antagonisiert, sondern vor allem zu Menschlichkeit und Solidarität aufruft…“ (UNCUT)

„Im neuen Film von Sebastian Brauneis leisten Arbeitssuchende hochkomisch und gleichzeitig radikal ernst Widerstand gegen die Hürden des Wiedereinstiegs ins Berufsleben.“ – DerStandard

Filmgespräch mit Regisseur Sebastian Brauneis

75 Jahre Wiener Festwochen – Schönheit und Provokation


Als 1951 die ersten Wiener Festwochen eröffnet wurden, war Wien eine Stadt im Übergang. Gezeichnet vom Krieg, geteilt in Besatzungszonen, suchte die Stadt nach einer neuen Identität – nach einem kulturellen Atem. Von Beginn an waren die Festwochen mehr als ein Festival – es war ein Versprechen, Kunst als verbindendes Element erleben zu können, Räume zu öffnen, wo zuvor Grenzen waren.

Die Dokumentation, 75 Jahre Wiener Festwochen – Schönheit und Provokation ist eine filmische Reise durch die Geschichte eines der bedeutendsten Kulturfestivals Europas. Seltene historische Fernsehaufnahmen treffen auf Probeneindrücke der Jubiläumsproduktion Das beste Stück aller Zeiten des Intendanten Milo Rau. Interviews mit Zeitzeug:innen, Künstler:innen, ehemaligen Intendant:innen und Mitarbeiter:innen zeichnen ein lebendiges Bild von Kunst, Aufbruch und kulturellem Wandel in Wien. Eine Geschichte von Brüchen und Kontinuitäten, von Visionen und Widerständen.

Ein Doku-Film von Felix Breisach in einer Kooperation des ORF mit den Wiener Festwochen.

Ich verstehe Ihren Unmut


Heike arbeitet als Objektleiterin in der Gebäudereinigung. Täglich eilt sie zwischen Modegeschäften, Kindergarten und Altenheim hin und her, um die Arbeit ihrer Leute zu kontrollieren und notfalls auch noch selbst Hand anzulegen. Dabei vermittelt sie ständig zwischen Kund:innen, Firmenleitung und Reinigungskräften. Nachdem sie versucht hat, eine Arbeitskraft eines wichtigen Subunternehmers abzuwerben, droht dieser, seine Unterstützung einzustellen, es sei denn, er erhält mehr Stunden und mehr Umsatz. Um diesen Forderungen nachzukommen, gerät Heike zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeiter:innen und den harten Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor – und stößt dabei zunehmend an ihre Grenzen.

»Ein ungeschönter und zugleich humanistischer Blick.«
taz

»[…] absolut sehenswert!«
Nadine Lange, Tagesspiegel

»Das beklemmende Sozialdrama zieht einen mit seiner semi-dokumentarischen Inszenierung, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion in vielen Momenten völlig verschwinden lässt, sowie der grandiosen Newcomerin in der Hauptrolle schnell in seinen Bann.« 
Filmstarts.de

Co-funded by the European Union. Supported by Creative Europe MEDIA.

Afternoon Delight


Als Hausfrau und Mutter fühlt sich Rachel nicht ausgelastet und trauert verpassten Karrierechancen hinterher. Als dann auch noch das Sexleben mit Ehemann Jeff einzuschlafen droht, gönnt sie sich auf Anraten einer Freundin ein Abenteuer und besucht einen Stripclub. Dort macht sie die Bekanntschaft der jungen Tänzerin McKenna, mit der sie sich in der Folge so gut anfreundet, dass sie das Mädchen als Babysitterin in ihrem Haus wohnen lässt. McKenna aber bringt frischen Wind in Rachels vorhersehbaren Alltag, was sich auch auf die Beziehung zu Jeff auswirkt.

Joey Soloways Regiedebüt ist ein Comedy-Drama über eine Hausfrau, die versucht ihr Liebesleben aufzumöbeln und mit ihrem Mann in einen Strip Club geht. Nach einem private dance einer Tänzerin ist alles anders…

Unsichtbare Gegner


Unsichtbare Gegner ist ein psychischer Science Fiction Film […] Anna, von Beruf Fotografin und Video-Reporterin, erwacht eines Morgens und hört im Radio die Warnung, dass unsichtbare fremde Mächte im Begriff sind, die Erde in Besitz zu nehmen, indem sie die Form von Menschen annehmen und dann deren Bewusstsein verändern.

Mehr und mehr haben sich in mir der Gedanke und der Wunsch gefestigt, die sozialen Strukturen (Starkstrom) und Normen (Verstümmelungen) des Lebens, diese unsichtbaren Gegner, den Zwang des Sinns, in eine Metanoia von kinematographischen Bildern zu formen …
Manieristische Gebärden und Gesten einer abweichenden und abbröckelnden Identität, wenn ein Mensch deren Zwangsstrukturen und beschädigenden Formen der Kommunikation entkommen will. Weibliche Körpersprache, die beim Erkennen der Botschaft das Rollenverhalten verweigert: bleiplattig zwingt die Angst, mit der Haut an Telefon-Glaswänden abzurutschen.
(Valie Export, 1976)

War Paint – Women at War


Margy Kinmonths Dokumentarfilm beleuchtet (mit ua in Wien gedrehten Sequenzen) die bahnbrechende Rolle von Künstler*innen, die sich in ihrer Kunst mit Krieg und ihren Erfahrungen an den Fronten rund um der Welt ausdrücken. Dabei vertreten sie durch ihre Kunst die weibliche Perspektive auf Konflikte. Der Film stellt die Frage: Was sehen Frauen in Lebens- und Todssituationen, was Männer nicht sehen?

Kultur bricht Tabus, überschreitet Grenzen – und zeigt die Wahrheit. Zu den vorgestellten Künstlern gehören Dame Rachel Whiteread, Zhanna Kadyrova, Maggi Hambling, Assil Diab, Dame Laura Knight, Marcelle Hanselaar, Cornelia Parker, Maya Lin, Shirin Neshat und Lee Miller. Die ausschließlich weibliche Besetzung macht diesen Film zu einem einzigartigen Projekt, das in turbulenten Zeiten wichtige Wahrheiten vermittelt.

“A bold new film celebrates the unsung artists of the front line – and about time…”
– Sunday Times

★★★★★
extraordinary panorama of witness and exploration“ – Jeremy Clarke
★★★★
urgent, insightful and incredibly poignant“ – FILMHOUNDS
★★★★
„Kinmonth is a highly intelligent and inquiring guide […] An absorbing, provocative and transporting documentary“ – METRO

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