Anna RollerDeutschland 2026 / 100 min
Mit ALLEGRO PASTELL verfilmt Regisseurin Anna Roller, die zuvor mit DEAD GIRLS DANCING ein erfolgreiches Regiedebüt ablegte, den gleichnamigen Bestseller von Leif Randt über Liebesnöte von Millennials. Die Romanautorin Tanja und der Webdesigner Jerome, beide in ihren Dreißigern, haben in ihrer Fernbeziehung ein Gleichgewicht aus Nähe und Distanz gefunden. Als Tanja eine gemeinsame Zukunft zu erahnen beginnt, fragt sie sich, ob sie das wirklich will.
Anna Roller hat eine Mammutaufgabe übernommen, das Buch zu verfilmen. Hat Autor Randt doch in seinem Buch die eigene Gedankenwelt seiner Figuren zum zentralen Element gemacht. Eine Generation, die fast schon übersteigert reflektiert, sich in Kontrolle ihres Lebens wähnt und eben genau an den unvorhergesehenen Dingen, an der Unkontrollierbarkeit ihrer Emotionen verzweifelt. Das auf einen Spielfilm zu übertragen, ist schwierig.
Roller gelingt es. Mit Off-Monologen, die die Gedanken der Protagonisten schildern. Dazu eine ruhige Kameraführung, die das Lebensgefühl jener Zeit im pulsierenden Berlin der 2020er Jahre zwischen gülden leuchtenden Sommerabenden, Techno-Partys und Feiern in kleinen, hässlichen Neubau-Wohnungen glaubhaft einfängt. Und nicht zuletzt ist da der wohldosierte Einsatz von Max Riegers Filmmusik. Er lässt den vielen emotionalen Reflektionen der Hauptfiguren genug Raum zur Entfaltung. Überhaupt wird viel gefühlt und gelitten in ALLEGRO PASTELL, und nie wirkt es aufgesetzt. (br.de)