Mit einem eigenen Schulprogramm knüpft das Arbeitsfilmfestival an den besonderen Erfolg vom Vorjahr an. Auf vielfachen Wunsch von Schulen und Lehrkräften finden die Schulvorstellungen in der letzten Schulwoche von 29. Juni statt. In dieser Programmschiene gibt es Filme, die allgemeine Themen rund um Lernen und Berufe aufgreifen, und solche, die spezielle Berufsfelder, wie z.B. die Pflege, Handel oder Gastronomie betreffen. Dank der Unterstützung durch die AK Wien ist der Besuch dieser Vorstellungen wieder bei freiem Eintritt möglich.
Schulklassen/Gruppenanmeldungen bitte per E-Mail an: martina.scharrach@phwien.ac.at
Weitere Infos finden Sie hier: www.arbeits-film-festival.at
Montag, 29. Juli 2026, 9:00 Uhr: STOFF – EIN SPITZENGESCHÄFT
R: Anette Baldauf/Joana Adesuwa Reiterer/Chioma Onyenwe/Katharina Weingartner, AT 2025, 88 Minuten
Der Film STOFF – EIN SPITZENGESCHÄFT spannt den Bogen von den Stoffmärkten in Lagos/Nigeria über die Stickereifabriken in Lustenau/Österreich bis zu den historischen Grundlagen des europäischen Reichtums. Es ist ein Film über Frauen, Machtverhältnisse, Stoffe – und über die kolonialen Fäden, die Europa bis heute prägen.
Mit Vermittlungsangebot durch Studierende der Mode- und Designpädagogik.
Dienstag, 30. Juni 2026, 9:00 Uhr: EIN TAG OHNE FRAUEN
R: Pamela Hogan, US/IS 2024, 71 Minuten
Als 90 Prozent der isländischen Frauen an einem Herbstmorgen im Jahr 1975 ihre Arbeit niederlegten und ihre Häuser verließen, weil sie sich weigerten zu arbeiten, zu kochen oder sich um die Kinder zu kümmern, brachten sie ihr Land zum Stillstand und katapultierten Island zum „besten Ort der Welt, um eine Frau zu sein“. Zum ersten Mal von den Frauen selbst erzählt und mit spielerischen Animationen versehen, ist EIN TAG OHNE FRAUEN subversiv und unerwartet lustig. „Wir liebten unsere chauvinistischen Schweine“, erinnert sich eine der Aktivistinnen, “wir wollten sie nur ein wenig verändern!“ Der Film erscheint pünktlich zum 50. Jahrestag des Streiks im Jahr 2025 und regt mit seiner Botschaft über die kollektive Kraft der Frauen, ihre Gesellschaft zu verändern, dazu an, das Mögliche neu zu denken.
Mit anschließendem Filmvermittlungsangebot durch normale.at
Mittwoch, 1. Juli 2026, 9:00 Uhr: CRU + SHE CHEF
Filmauswahl (insgesamt 45 Minuten) und Diskussion: Leidenschaft und Wirklichkeit: Karriere in der Gastronomie.
Die Arbeit in der Gastronomie und Hotellerie hat viel zu bieten. Dynamik, Abwechslung, Internationalität, Kreativität, Kontakt mit Gästen und Flair können Menschen für eine Karriere in der Branche begeistern. Zugleich führen Arbeitszeiten, Stress, körperliche Belastungen und mitunter ein rauer Umgangston zu häufigem Personalwechsel sowie zu Arbeitskräftemangel. Zuletzt kratzten in Österreich und international Medienberichte über problematische Arbeitsbedingungen am Image der Branche. Die Filmauswahl macht beide Facetten greifbar: Die österreichische Dokumentation „She Chef“ (2023) begleitet die frischgebackene Kochweltmeisterin Agnes Karrasch auf ihre Lehr- und Wanderjahren durch die Welt der kulinarischen Spitzenklasse. Gezeigt wird ein Ausschnitt: ihre Station im Sternerestaurant Vendôme in Bergisch Gladbach, die ersten 33 Minuten des Films. Im fiktionalen Kurzfilm „Cru“ (CH 2019) verfolgt eine junge Köchin mit eiserner Disziplin ihre Karriere und kämpft mit Blut, Schweiß und Tränen um ihren Erfolg.
Im Anschluss an die Filmvorführungen diskutieren Kenner:innen der Branche mit den Lehrlingen und Schüler*innen über die Herausforderungen in der (Spitzen-)Gastronomie.
Donnerstag, 2. Juli 2026, 9:00 Uhr: NOCH LANGE KEINE LIPIZZANER
R: Olga Kosanović, AT 2025, 92 Minuten
„Die Macht geht vom Volk aus“, das steht in der österreichischen Verfassung – doch wer ist das Volk, wenn in Wien mittlerweile über ein Drittel der Bevölkerung nicht wahlberechtigt ist? Einbürgerung scheint in Österreich ein wahrer „Struggle“ zu sein. So auch für die Regisseurin Olga Kosanović, die, obwohl in Österreich geboren und aufgewachsen, die Staatsbürgerschaft bisher nicht erlangen konnte. In einem Kommentar in einer Tageszeitung zu ihrem Fall schreibt jemand: „Wenn eine Katze in der Hofreitschule Junge wirft, sind das noch lange keine Lipizzaner“. Abgrenzung schafft das Gefühl von Identität und Zusammenhalt: Eines starken Wir-Gedankens. Welcher Identitätsbegriff liegt einer Gesetzgebung zugrunde, die die Gesellschaft in „Wir“ und „die Anderen“ teilt? Ein Film über Zugehörigkeit – und den zweiten Versuch der Regisseurin, (endlich ganz) dazuzugehören. Mit Darsteller:innen und Gesprächspartner:innen wie Toxische Pommes, Judith Kohlenberger, Robert Menasse u.v.a.m
Im Anschluss an den Film diskutieren die Regisseurin sowie die Protagonistinnen Leila und Leily Offinassinga mit dem Publikum.