Pawel PawlikowskiPolen, Deutschland, Italien, Frankreich 2026 / 82 min
Eigentlich reiste Thomas Mann 1949 an der Seite seiner Frau Katia ins Nachkriegsdeutschland. Pawlikowski bessert dramaturgisch nach, indem er die Rallye-erprobte Tochter Erika ans Steuer des Buick setzt, mit dem das in Trümmern liegende Land erkundet wird. Sie leistet dem Vater Beistand, der keineswegs nur willkommen ist, aber fungiert auch als dessen emotionales Korrektiv. Die gelernten Weltbürger blicken auf ein Land, das zerrissen ist zwischen dem restaurativen Klima im Westen und der Vergangenheitsverdrängung im Osten, wo der kalte Wind des Stalinismus weht. Dem Regisseur genügen 82 Minuten, um den Gefühlsabdruck einer ganzen Epoche auf die Leinwand zu bannen. (Gerhard Midding)