Die Welt des Bluesmusikers Al Cook bricht langsam zusammen, doch inmitten der Trümmer taucht plötzlich ein längst vergessener Traum wieder auf.
Der Musiker Al Cook lebt alleine in seiner Altbauwohnung und einem kleinen Kellerstudio, umgeben von Erinnerungen: Bücher, Videokassetten und Schallplatten zeugen von einem einst erfüllten Leben. Hier scheint die Zeit still zu stehen, während sich draußen die Welt weiter dreht. Der Blues, die Musik, die ihm alles bedeutet, gerät langsam in Vergessenheit. Seine Heimatstadt fühlt sich nicht mehr wie ein Zuhause an und der Verlust seiner geliebten Frau Silvia lastet schwer auf ihm. Als eine skrupellose Immobilienfirma sein Haus abreißen will, stellt sich die Frage: Wie lebt man weiter, wenn der Raum für die Erinnerungen verloren geht? Gezwungen, alles Vertraute hinter sich zu lassen, wagt er einen radikalen Neuanfang.
Die noch unbekannten Tage
Ein Roadmovie rückwärts durch Europa: Regisseurin Jola Wieczorek begibt sich mit DIE NOCH UNBEKANNTEN TAGE auf eine filmische Reise, um Antworten zu finden – zum Beispiel warum die Flucht der Familie aus Polen in den 1980er Jahren ausgerechnet ins Salzkammergut geführt hat. Berührende Gespräche, persönliche Briefe, Home-Movie Filme und private Fotos aus der Kindheit dokumentieren den steinigen Weg in die neue Heimat. Mit Mutter, Vater, Bruder und einer Kamera im Gepäck reist Wieczorek in die Vergangenheit, um die eigene Familiengeschichte zu rekonstruieren: von Polen, wo die Familie einst im 13. Stock einer Hochhaussiedlung lebte, über das Flüchtlingslager Traiskirchen, wo sie 1989 auf das neue Leben wartete, bis nach Bad Goisern im idyllischen Alpenpanorama. Das Hinterfragen des Erinnerungsprozesses zeigt, wie vielschichtig jede Geschichte von Migration ist: durchdrungen von Freude und Schmerz, Hoffnung und Enttäuschung, Fremdsein und Menschlichkeit. Und immer einzigartig und universell zugleich.
Teresas Körper
Mit 67 wird Teresas Leben von den Schmerzen bestimmt, die sie in ihrem Körper trägt – unsichtbar, doch stets präsent. Auf der Suche nach Linderung legt sie sich auf den Boden, zu Hause oder unter einen Baum, bei ihrem „kleinen Himmel“, einem tröstenden Amulett. Doch als Muster aus der Vergangenheit wiederkehren, muss Teresa fliehen. Diesmal nicht vor einem Mann, sondern hinein in eine unerwartete Reise mit ihren Töchtern – von denen eine die Regisseurin dieses Films ist.
Muss das Pferd auch arbeiten?
Das sei das besondere an der Schäferei, sagt Valeria, dass du alles selber machst. Von der Geburt und der Zucht bis – mitunter auch – zum Schlachten. Valeria ist Wanderschäferin. Sie ist die Schwester des Filmemachers Leonhard Pill und bildet das Zentrum des Films. Valeria führt ein Leben, das sich auf jede nur erdenkliche Art krass von dem ihrer Geschwister – neben Leonhard gibt es noch eine Schwester, Fidelia – unterscheidet. Sie wohnt in einem Wohnwagen, ohne fließendes Wasser. Erhält einen Mindestlohn. Bei jedem Wetter ist sie draußen, mit ihren Hunden, bei den Schafen. Sie kundschaftet die zur Verfügung stehenden Weiden – also Futterplätze – aus, spinnt die Schafwolle, bringt als Geburtshelferin Lämmer zur Welt, schneidet Klauen, schlachtet, kuschelt mit den Schafen, spricht mit ihnen, wacht über sie, Zigarette rauchend. Ja: Valeria macht alles selbst. Auch die Geburtstagsgeschenke für ihre Geschwister – zumindest, wenn sie eine Idee hat. Und genügend Zeit.
In Muss das Pferd auch arbeiten? zeigt Leonhard Pill seine Schwester nachdrücklich als eine Frau, deren Leben sich rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch um ihren Beruf dreht. In konzentrierten, ruhigen Bildern spiegelt er ihre lakonische, no-nonsense Lebenshaltung. Oft hält er Distanz – auch die Hunde sind Zeugen auf Abstand. Es ist keine Suche nach Schönheit oder Idylle, aber auch nicht die Zerstörung derselben. Wenn überhaupt, ist es eine Suche der Geschwister nacheinander, nach Verständnis füreinander. Eine Suche, die Hindernisse überwinden muss: Die Gespräche zwischen Fidelia und Valeria verlaufen mitunter holprig. Die Schäferin hat nicht so richtig Lust zu reden. Sie baut Zäune auf für ihre Herde, steckt Grenzen ab, auch wortwörtlich. Von „Fake-News“ über die Schäferei bis zu Zuschreibungen an vegane Städterinnen. Soziale Netzwerke und Identitätspolitik anno 2025 spielen immer eine Rolle. Extreme Großaufnahmen der kauenden Schafe, ihr unentwegtes, lautes Blöken geben dem Film eine materielle, fast taktile Qualität. „Jeder muss irgendwas“, sagt Valeria am Ende, „ist so“. (Sylvia Szely)
A Sad and Beautiful World
Eine mitreißende Lovestory über drei Jahrzehnte, in der sich die wechselhafte Geschichte des Libanon spiegelt. Nino und Yasmina werden am selben Tag im selben Krankenhaus geboren, doch sie begegnen sich erst in der Schule. Beide spüren sofort eine unmittelbare, tiefgehende Verbindung, die sie sich nicht erklären können. Gemeinsam schmieden sie einen Plan: Sie wollen Beirut mit einem »magischen« Zug verlassen. Doch als der Moment der Flucht gekommen ist, taucht Yasmina nie auf. Erst 25 Jahre später führt das Schicksal die beiden wieder zusammen und sie beschließen, eine Familie zu gründen – allen Widerständen und Krisen zum Trotz. (Filmfest Hamburg 2025)
A Sad and Beautiful World ist Cyril Aris Spielfilmdebüt und feierte Premiere auf den Filmfestspielen von Venedig.
»An appealing, soulful romance with a considerable emotional tug.« – SCREENDAILY
»An evocative and wistful romance (…) told with propulsive visual energy.« – VARIETY
Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit
Die preisgekrönte Basler Architektin Barbara Buser rettet Gebäude vor dem Abriss und baut diese mit wiederverwendetem Material um. Sie verwandelt ehemalige Industrieareale zu urbanen Lebensräumen, die für einen sorgfältigen Umgang mit unserer Umwelt und dem Miteinander stehen. Als Frau, die in einer Männerdomäne erfolgreich ihren eigenen Weg geht, ist Barbara Buser Vorbild für die junge Generation, die für eine nachhaltigere, gerechtere Welt kämpft.
Ich verstehe Ihren Unmut
Heike arbeitet als Objektleiterin in der Gebäudereinigung. Täglich eilt sie zwischen Modegeschäften, Kindergarten und Altenheim hin und her, um die Arbeit ihrer Leute zu kontrollieren und notfalls auch noch selbst Hand anzulegen. Dabei vermittelt sie ständig zwischen Kund:innen, Firmenleitung und Reinigungskräften. Nachdem sie versucht hat, eine Arbeitskraft eines wichtigen Subunternehmers abzuwerben, droht dieser, seine Unterstützung einzustellen, es sei denn, er erhält mehr Stunden und mehr Umsatz. Um diesen Forderungen nachzukommen, gerät Heike zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeiter:innen und den harten Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor – und stößt dabei zunehmend an ihre Grenzen.
»Wer Deutschland verstehen will, muss ›Ich verstehe Ihren Unmut‹ sehen.« — Peter Kümmel, Die Zeit
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Rosebush Pruning
In einer luxuriösen Villa unter der katalanischen Sonne leben die US-amerikanischen Geschwister Jack, Ed, Anna und Robert in Abgeschiedenheit und ererbtem Reichtum. Stets mit der neuesten Designerkleidung angetan suchen sie Liebe und Bestätigung vor allem untereinander. Den Forderungen ihres blinden Vaters gehen sie aus dem Weg. Als Jack, der älteste Bruder und Dreh- und Angelpunkt der Familie, verkündet, dass er mit seiner Freundin Martha zusammenziehen will, werden die Bande durchtrennt. Ed sieht sich gezwungen, die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter aufzudecken. Generationsübergreifende Lügen kommen ans Licht, und das Gefüge der Familie beginnt langsam zu zerfallen. Eine beißende Satire über die Absurdität der traditionellen patriarchalischen Familie. (Berlinale 2026)
»An outrageous pansexual pantomime so out-there that ›What the actual f*ck?‹ doesn’t even begin to cover it.« — Damon Wise, Deadline
»A nasty-chic immorality tale […] If you’re going to eat the rich, they may as well be delicious.« — Guy Lodge, Variety
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All my Sisters
Teheran, Iran. Zwischen 2007 und 2025 begleiten wir drei Schwestern beim Aufwachsen in einer liebevollen Familie. Achtzehn Jahre von früher Kindheit, bis zum Alltag als junge Frauen auf der Suche nach Freiheit. Traditionell erzogen, werden die Schwestern Zeuginnen und Protagonistinnen der Kämpfe einer Jugend in steter Bewegung. Wie sieht ihre Zukunft in der heutigen iranischen Gesellschaft aus?
„Diese feministische Coming-of-Age-Geschichte ist eine fesselnde und auf subtile Weise subversive Mischung aus Persönlichem und Politischem. Der FIlm entfaltet sich fast wie eine dokumentarische Version von Richard Linklaters sich über ein Jahrzehnt erstreckende Familiensaga BOYHOOD“ – The Film Verdict ★★★★★
„ALL MY SISTERS ist nicht nur eine zutiefst persönliche Familiengeschichte und eine politische Erzählung, die mit den historischen ‚Frau, Leben, Freiheit‘-Protesten im Iran im Jahr 2022 verbunden ist, sondern auch ein schonungsloser Blick auf die Ethik des Dokumentarfilms“ – Variety ★★★★★
„ein einzigartiges und bewegendes Werk.“ – Cinema Austriaco ★★★★★
Als Kind verbindet Alpha (Mélissa Boros) mit einem Filzstift die Einstichstellen am Arm ihres Onkels Amin (Tahar Rahim) mit Linien – Sternenbilder scheinen auf seiner Haut zu entstehen. Jahre später lässt Alpha sich auf einer Party ein „A“ in den Oberarm stechen, ein Mal, das nicht aufhört zu bluten. Ihre alleinerziehende Mutter (Golshifteh Farahani) ist alarmiert, denn ein rätselhafter und tödlicher Virus versetzt die Menschen in Panik. Sie isoliert Alpha gemeinsam mit ihrem Onkel, der bei ihnen einen Entzug durchsteht, in der Familienwohnung.
Die Angst vor dem Tod hat ihr Umfeld längst erfasst, in der Welt die Regisseurin Julia Ducournau in ALPHA entwirft, sind jedoch nicht alle bereit, um ihr Leben zu kämpfen – und nicht alle sind bereit, loszulassen. Ein faszinierender Film über bedingungslose Liebe und das Erwachsenwerden.
ALPHA ist der neue Film der aufsehenerregenden Regisseurin Julia Ducournau, die mit ihrem vorherigen Film TITANE die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes gewonnen hat. ALPHA feierte Premiere beim Filmfestival in Cannes 2025 und kommt am 10. April in unsere Kinos.
Hauptdarstellerin Golshifteh Farahani wurde beim Filmfestival in Locarno 2025 mit dem Excellence Award Davide Campari geehrt.
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